• Hafenkulisse in Glückstadt
  • Schiffe im Glückstädter Hafen
  • Marktplatz in Glückstadt

Die Gründung der Stadt Glückstadt

CH IV 002Glückstadt ist im Vergleich zu den meisten anderen deutschen Städten sehr jung. Seine Anfänge liegen nicht im mittelalterlichen Dunkel. Seine Geschichte lässt sich von der Gründung bis heute kontinuierlich verfolgen.

Glückstadt liegt in dem Teil der Marschen, der als letztes größeres Gebiet der Elbe abgerungen wurde: 1614 beschloss der dänische König, der auch Herzog von Schleswig und Holstein war, die "Wildnis", wie dieses von dem kleinen Rhin-Fluss durchschnittene Gebiet etwa 50 km elbabwärts von Hamburg noch heute genannt wird, einzudeichen. Der nach Großmacht strebende König wollte auf diesem Boden eine Stadt und Festung anlegen, die als Brückenkopf nach Niedersachsen für seine weitreichenden politisch-militärischen Pläne dienen sollte. Dazu missgönnte er den Hamburgern ihren gewinnträchtigen Seehandel.

glplan2Glückstadt überflügelte bald Itzehoe, Krempe, Wilster und andere Städte in Schleswig-Holstein an Einwohnerzahl und Bedeutung. Der Ausbau der Stadt, vor allem der Festungsanlagen, wurde ab 1620 mit dem Einsatz von fast 1.000 Soldaten und großen Material- und Geldmengen mächtig vorangetrieben. Festungsgräben wurden ausgehoben, Wälle, Schanzen und Bastionen aufgeworfen, Proviant-, Zeug- und Wachhäuser, Tore, Pulvertürme, eine Geschützgießerei, Proviantmühlen und Proviantbäckereien gebaut, komplizierte Ent- und Bewässerungssysteme angelegt, ein Hafen und ein breites Fleth in Nord-Süd-Richtung durch die ganze Stadt für die Schifffahrt hergerichtet. So ausgerüstet konnte Glückstadt schon 1627/28 als einzige Stadt des Landes der Belagerung Wallensteins im Dreißigjährigen Krieg widerstehen.

Plan der Festung kurz nach 1720Die 2.000 Soldaten des dänischen Königinnen-Leibregimentes, seine Offiziere, die Beamten der Behörden und die staatlichen Aufträge für den Unterhalt der Garnison, der Militärbauten und Festungsanlagen waren die Existenzgrundlage der Einwohner, die ab 1700 vor allem ihren Unterhalt als "Herbergierer", Diener, kleine Handwerker, Höker und Krämer oder als Fähr- und Prahmschiffer verdienten. Impulse für eine weitere Entwicklung gab es nicht. Im Gegenteil: der strategische Wert der Festung war im Laufe des 18. Jahrhunderts fragwürdig geworden.